Aktiv für die Natur

Freiwilliges ökologisches Jahr oder bundesfreiwillig bei der NABU-Naturschutzstation Rhein-Berg

Bei der NABU-Naturschutzstation Leverkusen - Köln fallen überwiegend praktische Arbeiten der Landschaftspflege in Schutzgebieten in Leverkusen, Köln und dem Rheinisch Bergischen Kreis an. Aber auch Tätigkeiten in Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung und wissenschaftliche Arbeiten wie etwa Bestandserfassungen und Artenschutzmaßnahmen gehören zum Arbeitsfeld der Freiwilligen.

Für weitere Infos bei der Naturschutzstation. Gerne informieren wir Sie / euch auch persönlich in einem Gespräch. Einfach telefonisch oder per E-Mail einen Termin vereinbaren.

Beispiele für die anfallenden Arbeiten sind:

Wiesenmahd und Beweidung
Kopfweidenpflege
Obstbaumpflege und Anlage von Streuobstwiesen
Anlage und Wartung von Sohlschwellen und Dämmen
Zaunreparaturen
Heckenpflege und Pflanzung von Wildhecken
Erlenschnitt
Ausmähen von unerwünschten Pflanzen (Neophyten)
Auf- und Abbau von Krötenzaun und Kontrollen
Anbringen und kontrollieren von Nisthilfen für bedrohte Arten
Naturschutzbildung und Öffentlichkeitsarbeit

Wiesenmahd und Beweidung:
Die Mahd wird mit einem Balkenmäher oder Freischneider durchgeführt, um zu gewährleisten, dass bodenbrütende Vögel, Rehkitze, Hasen etc nicht zu Schaden kommen. Das Mahdgut wird zusammen gerecht, in der Regel von der Wiese abgeräumt und als Grünfutter genutzt oder zur Deponie gefahren. Zur Beweidung stehen je nach Fläche Rinder, Ziegen oder Schafe zur Verfügung. Die Freiwilligen helfen bei der Beweidung, beim Transport der Schafe oder der Kontrolle der Zäune.

Kopfweidenpflege:
Die Pflege der Kopfbäume beinhaltet die Kontrolle, den Schnitt und den Abtransport des Schnittgutes. Das Schnittgut wird zum Teil für den Bau von Weidenzelten und mehr an Kindergärten oder Schulen abgegeben.

Obstbaumpflege:
Die Obstbaumpflege beinhaltet die Reparatur der Schutzkäfige, das Freischneiden der Baumscheiben, die regelmäßige Kontrolle und Erneuerung der Anbindungen. Abgängige Obstbäume werden ersetzt. Die Nachpflanzungen erhalten den Pflanzschnitt, werden angebunden und mit Schutzkäfigen versehen.

Sohlschwellen und Dämme:
Die Reparatur der Sohlschwellen und Dämme wird durchgeführt, um in den betreffenden Gebieten die Vernässung zu erhalten, so können wichtige Laichgebiete für Amphibien oder die typische Flora der Feuchtgebiete bewahrt werden. Die Kontrolle der Dämme und Sohlschwellen erfolgt mehrmals im Jahr.

Zaunreparaturen:
Alle Zäune werden in regelmäßigen Abständen kontrolliert, damit sie im Bedarfsfall zeitnah repariert werden können. Die Zäune werden mit unterschiedlicher Zielsetzung errichtet:
- Einzäunung von Beweidungsflächen
- Einzäunung von Hecken als Schutz vor Weide- und Wildtieren

Heckenpflege:
Hecken werden in den ersten Jahren regelmäßig (teilweise mehrmals während der Wachstumsperiode) freigeschnitten, d.h. konkurrierende Pflanzen werden mit der Sense, Handsichel oder Freischneider entfernt. Ältere Hecken (ab ca. 10 – 15 Jahren) werden abschnittsweise in der Ruhephase zwischen Anfang Oktober – Ende Februar heruntergeschnitten (auf den Stock gesetzt). Das Schnittgut kann in einigen Fällen in der Hecke gelagert werden. In Fällen, bei denen dies nicht möglich ist, wird das Schnittgut zur Deponie verbracht.

Erlenschnitt:
Der Erlenschnitt beinhaltet den Schnitt und den Abtransport des Schnittgutes zur Deponie, soweit es nicht möglich ist die Äste vor Ort zu lagern. Erlen werden alle 2 – 5 Jahren geschnitten.

Ausmähen von unerwünschten Pflanzen:
Neophyten wie Springkraut (Impatiens glandulifera), Staudenknöterich (Reynoutria spec.) und Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) werden an einigen wenigen ausgewählten Stellen mehrmals pro Wachstumsperiode entfernt. Auf einigen Weideflächen werden Brennnesseln und/oder Disteln mit der Sense gemäht, da Rinder und Schafe diese Pflanze meiden. Auch Brombeeren, die auf einige Obstwiesen drängen, werden gemäht.

Krötenzaun / Faunistische Erhebungen:
An verschiedenen Stellen in Leverkusen wird zur Amphibienwanderung ein Schutzzaun errichtet. Der Aufbau fand Mitte Februar und der Abbau Mitte April statt. In dieser Zeit wurden alle Zäune täglich kontrolliert. Die faunistische Erhebung in Form einer Laichkontrolle erfolgt jährlich in einigen der ca. 60 ausgewählten Laichgewässern im gesamten Stadtgebiet Leverkusen. Alle gesammelten Daten werden in einem Datenbankprogramm erfasst.

Nisthilfen:
Es werden Nisthilfen für bedrohte bzw, geschützte Vogelarten (z.B. Turmfalke, Schleiereule, Steinkauz, Wasseramsel, u.a.) angebracht, kontrolliert und gereinigt. Wenn die Nisthilfen belegt sind, erfolgt eine Dokumentation.

Naturschutzbildung und Öffentlichkeitsarbeit:
Zu diesem Themenkomplex wird die allgemeine Informationsarbeit, Bürgerberatung, Anleitung zu praktischer Naturschutzarbeit z.B. bei Jugendgruppen oder Schülerführungen u.a. zum Thema Obstwiesen gerechnet.
Hinzu kommen ganztägige Veranstaltungen wie Sommerfest und Burgfest auf Gut Ophoven in Leverkusen-Opladen. Die Arbeit der Naturschutzstation wird anhand von Infotafeln dargestellt. Die Infotafeln werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und erneuert. Zu jeder Veranstaltung wird ein aktuelles, zur Jahreszeit passendes Thema behandelt und in der Regel auch eine praxisorientierte Vorführung angeboten, z.B. Apfelsaftpressen unter zu Hilfenahme einer handbetriebenen Saftpresse oder Vorführung von Schafen (Bentheimer Landschafe) um eine alte Haustierrasse zu zeigen. Weitere Themen sind u.a.: Sträucher und deren Früchte im Herbst, Vorstellung alter Obstsorten, Verkostung der Sorten, Beratungen und vieles mehr um das große Thema Obst.

 


 

Pressemitteilung vom 27.07.2010

Kürzere Zivildienstzeit trifft Naturschutz und Umweltbildung hart

NABU und NaturGut Ophoven fordern alternativ massiven Ausbau des Freiwilligen Ökologischen Jahres

Die von der Bundesregierung beschlossene Kürzung der Zivildienstzeit von 9 auf 6 Monate trifft nicht nur soziale und kirchliche Einrichtungen, sondern auch in besonderem Maße den Naturschutz und die Umweltbildung. Nach Auskunft des Bundesamtes für Zivildienst gab es Ende 2009 in NRW 427 Zivildienstplätze im Umweltschutz, die sich auf 181 Dienststellen verteilten. Allein die NABU-Naturschutzstation Rhein-Berg und der Förderverein NaturGut Ophoven haben 9 Zivildienstleistende, die sich zum Beispiel um die Pflege von Hecken und Obstbäumen kümmern, Erdkröten über die Straße tragen, Müll sammeln, Wiesen mähen, Feuchtgebiete erhalten oder Schulklassen die Natur näher bringen. „Wenn die alle wegfallen, wer soll dann die ganze Arbeit übernehmen?”, will Hans-Martin Kochanek, Leiter des NaturGuts Ophoven, wissen.


Dass der Zivildienst mit der Verkürzung auf 6 Monate auch für die Dienststellen im Naturschutz unattraktiver wird, steht fest, denn je nach Einsatzstelle müsse man mit einer Einarbeitungszeit von bis zu vier Monaten rechnen. „Bei einer Dauer von sechs Monaten kommen die Jugendlichen gerade einmal zwei Monate dazu, ihre erworbenen Kenntnisse für sich und andere gewinnbringend einzusetzen. Das ist zu wenig”, so Cille Körner, Zivildienstbeautragte beim Förderverein NaturGut Ophoven.
Dringend wird nun nach Alternativen gesucht. Eine Möglichkeit wäre ein soziales Jahr für Alle. Eine Andere wäre der massive Ausbau des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ). Die sogenannten FÖJ’ler werden im Natur- und Umweltschutz ähnlich wie die Zivildienstleistenden für die verschiedensten Aufgaben eingesetzt: Das Spektrum reicht vom praktischen Naturschutz über Bestandsaufnahmen von Tieren und Pflanzen, begleitende Arbeit im Büro, Hilfe bei Informationsständen bis hin zur Umweltbildung. 150 FÖJ-Plätze gibt es derzeit in NRW. Die Nachfrage nach Plätzen im FÖJ übersteigt das Angebot seit Jahren um ein Vielfaches. Viele Interessierte kommen daher bislang nicht zum Zuge. Für Menschen, die bereit sind, sich ein Jahr lang für ein geringes Taschengeld zu engagieren, ist das eine tiefe Enttäuschung. „In Nordrhein-Westfalen müssen daher dauerhaft mindestens 1000 neue FÖJ-Stellen geschaffen werden, damit alle, die Interesse an einem Freiwilligen Ökologischen Jahr haben, berücksichtigt werden können und so der Verlust an Zivildienstplätzen ausgeglichen wird”, erklärt Erich Schulz, 1. Vorsitzender der Ortsgruppe Leverkusen des Naturschutzbund Deutschland. Voraussetzung sei allerdings, dass das FÖJ von Hemmnissen für die Einsatzstellen befreit werde. Bevor ein Freiwilliger mit einem Abschluss der Sekundarstufe II eingestellt werden kann, muss zurzeit eine Stelle mit einer Person besetzt werden, die einen Abschluss der Sekundarstufe I oder keinen Abschluss besitzt. Diese NRW-spezifische Koppelung muss im Zuge der Aufstockung des FÖJ aufgehoben werden, so die Forderung des NABU.


Eine andere Idee ist, wie es etwa in Thailand üblich ist, dass alle Jugendlichen nach der Schule ein Jahr in einer sozialen Organisation für die Gemeinschaft arbeiten. Das hilft allen – der Gesellschaft, aber auch den Jugendlichen, die so einen intensiven Einblick in das Berufsleben bekommen haben und besser für den späteren Beruf qualifiziert werden.


„Ohne den Einsatz von FÖJ’lern und Zivis sind die Biostationen und Umweltbildungseinrichtungen kaum noch arbeitsfähig”, so Frank Gerber von der NABU-Naturschutzstation Rhein-Berg. „Das dürfen Bund und Land nicht zulassen.”

 


Leider Vergangenheit: Zivildienst

Die NABU-Naturschutzstation Leverkusen - Köln bot jedes Jahr drei jungen Männern die Möglichkeit, hier ihren Zivildienst zu absolvieren. Die Interessenten sollten handwerklich begabt sein und Freude an der Arbeit im Freien mitbringen. Die Zivildienstleistenden begannen ihren Dienst im Spätsommer oder Herbst. Die Einstellung erfolgte nach einem Probearbeitstag im Februar oder März.